Knieprothese: Welche Sportarten sind nach der Knie-OP möglich?

Für sportlich aktive Personen ist es häufig ein Schock, wenn ein Gelenkersatz notwendig ist. Denn natürlich sorgen sie sich, dass sie nach der Operation nicht länger den geliebten Aktivitäten nachgehen können. Zudem werden die Patienten, die ein künstliches Gelenk benötigen, zunehmend jünger, wodurch das Thema „Knieprothese und Sport“ stärker in den Fokus rückt. Während es in der Vergangenheit oft hieß, dass sich Patienten nach einer Knie-OP lange schonen und auch auf lange Sicht das künstliche Gelenk nach Möglichkeit nicht durch Sport belasten sollten, wandelt sich die Expertenmeinung dazu immer mehr. Ist Sport mit Knieprothese möglich?

Allgemeine Schonung und Erholung nach einer Knie-OP

Unmittelbar nach der Knie-OP werden Drainagen gelegt, die dabei helfen, Wundflüssigkeiten abzuleiten. Sie verbleiben für etwa ein bis zwei Tage im Körper, bis die letzten Blutungen gestillt sind. Auf diese Weise lässt sich das Risiko für Blutergüsse, die sich negativ auf die Beweglichkeit auswirken können, minimieren. Die sanfte Bewegungstherapie beginnt in der Regel schon am Folgetag nach der OP. Nach etwa vier Tagen können die Patienten von Dr. Rahmanzadeh wieder selbstständig mit der Hilfe von Stützen beziehungsweise Krücken gehen. Nach dem etwa einwöchigen Klinikaufenthalt werden die Patienten nach Hause entlassen oder (bestenfalls direkt) in eine Rehabilitationseinrichtung übergeben, in der sie darin trainiert werden, sicher auf unebenem und schwierigem Untergrund zu laufen. Auch die Beweglichkeit des Knies wird hier durch spezielle Übungen gestärkt.

Bedeutung einer frühzeitigen Mobilisierung

Auch wenn es stimmt, dass sich der Körper nach einem operativen Eingriff erholen und regenerieren muss, schließt das nicht aus, dass die Patienten frühzeitig wieder auf die Beine kommen sollten. Eine schnellstmögliche Mobilisation nach der Knie-OP ist sehr wichtig. Denn wird der Zeitversatz zwischen dem Eingriff und den krankengymnastischen Übungen zu groß, bilden sich die Muskeln zurück und der Heilungsprozess wird verlangsamt. Deshalb finden die ersten leichten Übungen nach Möglichkeit schon einen Tag nach dem Eingriff statt. Intensivere krankengymnastische Übungen sind dann zumeist möglich, sobald die Drainagen entfernt wurden. Um einen guten Start in die Rehabilitation und für die Mobilisierung zu haben, ist es unbedingt ratsam, vor der Operation am Zustand der Muskulatur zu arbeiten. Von einer bestmöglichen körperlichen Vorbereitung profitieren die Patienten auch nach der OP.

Welche Sportarten sind mit einer Knieprothese möglich?

Es werden nicht nur immer jüngere Patienten mit einer Knieprothese versorgt, auch ältere Patienten sind häufig fit und aktiv, weshalb sie zunehmend höhere Ansprüche an ein künstliches Gelenk hinsichtlich der Lebensqualität und Beweglichkeit stellen. Bereits bei der Planung des Kniegelenkersatzes ist das Thema „Sport mit Knieprothese“ daher häufig ein wichtiger Faktor. Tätigkeiten wie Autofahren oder Wandern stellen nach einer Knie-OP mit erfolgreicher Rehabilitationsphase in der Regel kein Problem dar. Auch leichte Aktivitäten wie Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking und Gymnastik sind mit einer Knieprothese möglich.

Natürlich muss beachtet werden, dass selbst leichte Sportarten kurze Zeit nach dem Eingriff noch nicht im vollen Umfang erfolgen können. Zunächst muss die Rehabilitationsphase abgeschlossen sein. Somit ist Sport nach etwa sechs bis neun Monaten möglich. Zudem sollten sich die Patienten langsam an die jeweilige Tätigkeit herantasten und sich nicht sofort überanstrengen. Bei einer ärztlichen Rücksprache geht der Experte gern genauer darauf ein, welche Aktivitäten zu welchem Zeitpunkt wieder aufgenommen werden können.

Knieprothese und Sport: besondere Vorsicht bei diesen Sportarten

Bei einigen Sportarten ist besondere Vorsicht geboten, wenn die Person über ein künstliches Kniegelenk verfügt. Hierzu zählen vor allem Joggen und Laufen. Die Patienten sollten insbesondere auf ihr Gangbild achten. Denn erfolgen zu viele Drehbewegungen oder sehr ruckartige Abläufe, kann sich dies negativ auf den Gelenkersatz ausüben. Bei einem intakten Gangbild hingegen ist nichts gegen Laufsport einzuwenden. Auch hier gilt aber: nichts übertreiben. Ähnliche Sportarten, die zu dieser Kategorie gezählt werden können, sind Skilanglauf und Golf.

Welcher Sport kann schädlich für die Knieprothese sein?

Sportliche Aktivitäten, die das künstliche Kniegelenk schädigen können, sind vor allem jene, bei denen das Gelenk ruckartige Bewegungen ausführen muss. Auch plötzliche Stoppbewegungen beanspruchen die Prothese stark und können sie in ihrer Funktionstüchtigkeit einschränken. Vor allem auf Fußball, Kampfsportarten wie Judo oder Karate, Tennis und Squash muss mit einer Knieprothese in der Regel verzichtet werden.

Lockerung einer Knieprothese vermeiden

Zu den Risiken eines künstlichen Kniegelenks zählt die Lockerung der Prothese beispielsweise durch Stoßeinwirkungen. Ein gelockertes Gelenk kann Schäden an umliegenden Strukturen und Knochen bewirken, die ein erneutes Befestigen erschweren. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind daher ein wichtiger Bestandteil nach einer Knie-OP: Der Arzt kann Lockerungen des Gelenks frühzeitig mithilfe von Röntgenuntersuchungen erkennen und das Risiko für Langzeitfolgen somit minimieren.