Sport nach der Hüft-OP: Tennisspieler Andy Murray

Dass sich eine Hüftprothese und Sport nicht ausschließen, haben schon mehrere Profisportler gezeigt. In diesem Jahr meldete sich auch Tennisspieler Andy Murray, der 41 Wochen lang die Weltrangliste anführte, auf dem Feld zurück. Anfang 2019 hatte der heute 32-jährige Schotte seinen Rücktritt aufgrund anhaltender Hüftprobleme angekündigt. Ende Januar gab er dann bekannt, dass er sich einer erneuten Hüft-OP unterzogen habe. Bereits sechs Wochen nach der Operation trainierte er wieder, um sich auf die kommenden Wettkämpfe im Doppel vorzubereiten. Vor kurzem gab der Sportler bekannt, dass er beim ATP-Masters-Turnier in Cincinnati auch im Einzelwettbewerb antreten wird. Vor allem für junge Patienten werden die Ansprüche an künstliche Gelenke immer höher. Trotz der Prothese soll die Bewegungs- und Sportfähigkeit weitestgehend erhalten bleiben. Welche Vorzüge der Oberflächenersatz an der Hüfte nach McMinn im Bezug auf Sport nach der OP hat, verrät der folgende Beitrag.

Was ist eine McMinn-Prothese?

Bei der sogenannten McMinn-Prothese handelt es sich um einen Oberflächenersatz des Hüftgelenks. Der geschädigte Gelenkkopf wird hierbei lediglich überkront, das heißt, mit einer stabilen Metalllegierung überzogen. Vergleichbar ist das mit dem Vorgehen in der Zahnmedizin. Die Knochensubstanz des Oberschenkelknochens bleibt bei dieser Methode vollständig erhalten. Die künstliche Gelenkoberfläche, die eingesetzt wird, entspricht in ihrer Größe dem natürlichen Gelenkkopf. Dadurch werden besonders natürliche Bewegungsabläufe erzielt. Zudem ist die Gefahr eines Auskugelns des Gelenks somit deutlich geringer. Vielen der Patienten fällt ihre Hüftprothese im Alltag gar nicht auf. Im medizinischen Sprachgebrauch wird dieses Phänomen auch als „forgotten hip“ (vergessene Hüfte) bezeichnet.

Welche anderen Hüftprothesen gibt es?

Die herkömmliche Hüftprothese ist ein vollständiger Ersatz des natürlichen Hüftgelenks. Die vollständige Hüftprothese (Hüft-Totalendoprothese oder kurz Hüft-TEP) ersetzt beide knöchernen Teile des Gelenks, nämlich den Hüftkopf (Femurkopf) und die Hüftpfanne (Acetabulum). Die künstlichen Gelenkpartner sind der körpereigenen Hüfte genauestens nachempfunden. Somit funktioniert die Hüftprothese wie das natürliche Hüftgelenk. Insbesondere bei einer starken Schädigung der Knochensubstanz (z. B. durch Arthrose) wird eine Hüft-TEP in der Regel notwendig, um die Mobilisierung des Patienten wiederherzustellen und Bewegungsschmerzen zu lindern.

Welche Sportarten sind nach einer Hüft-OP möglich?

Wie das natürliche Hüftgelenk so ist auch die Prothese nicht von Abnutzungserscheinungen ausgenommen. Das sollte bei der täglichen Belastung berücksichtigt werden, um möglichst lange mit dem künstlichen Hüftgelenk auszukommen. In der modernen Hüftchirurgie ist ein Prothesenwechseln in der Regel nicht vor zehn Jahren notwendig. Durchschnittlich halten die Prothesen 10 bis 15, teilweise sogar bis zu 25 Jahre. Die McMinn-Prothese ist für den jungen oder junggebliebenen, sportlichen Patienten bestens geeignet. Bewegungs- und Sportfähigkeit sind mit dem Oberflächenersatz sehr gut. Selbst Sportarten wie Tennis sind mit der Prothese durchaus möglich, jedoch sollte weiterhin beachtet werden, dass die Hüfte dadurch belastet wird.

Mögliche Sportarten mit Hüftprothese:

  • Fahrradfahren
  • Nordic Walking
  • Schwimmen
  • Gymnastik
  • Wandern
  • Paddeln, Rudern, Segeln
  • Autofahren

Besondere Vorsicht gilt bei folgenden Sportarten:

  • Skilanglauf (aufgrund von Sturzgefahr)
  • Joggen und Laufen (auf Gangbild und Haltung achten)
  • Golf (Drehbewegung)
  • Sportarten mit Gewichten und Belastungen (maximal 20 Prozent des eigenen Körpergewichts tragen)

Sportarten, die einer Hüftprothese schaden können:

  • Fußballs
  • Squash
  • Tennis
  • Fallschirmspringen
  • Kampfsport (z. B. Judo, Karate)

Welche Sportarten in welchem Maße möglich sind, hängt selbstverständlich von der jeweiligen Prothese und den individuellen Voraussetzungen des Patienten ab. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Chirurgen, was mit der eingesetzten Prothese möglich ist und bei welchen Aktivitäten vorsichtig sein sollten.

Wann kann ich nach der OP mit dem Sport beginnen?

Für ein gesundes und erfreuliches Behandlungsergebnis spielen die Schonung, der Heilungsverlauf und die Mobilisierung eine entscheidende Rolle. Je nach Prothesentyp erfolgt die Vollbelastung des Hüftgelenks unmittelbar nach der Operation oder nach einer etwa sechswöchigen Schonungsphase. Sogleich in das gewohnte Training sollten Patienten nicht einsteigen, sondern sich langsam und stetig an Belastungen herantasten. Hierfür ist eine ärztliche Rücksprache empfehlenswert. Das selbstständige Gehen ohne Gehstützten ist meist nach vier bis sechs Wochen möglich. Auch selbstständig Autofahren und in den Beruf zurückkehren, können die Patienten nach etwa sechs Wochen. Ist die berufliche Tätigkeit mit langem Stehen verbunden, können bis zu 12 Wochen Erholung ratsam sein. Auch das ist vom Prothesentyp und dem individuellen Genesungsverlauf abhängig.

Die frühe Mobilisierung ist entscheidend, da sich bei einer zu langen Bewegungspause Muskeln zurückbilden können, was die Bewegungsfreiheit einschränken kann. Daher werden die Patienten frühestmöglich an die krankengymnastischen Übungen herangeführt.

Nähere Informationen zur Hüftchirurgie in Berlin

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