Vergleich: McMinn-Prothese und Hüft-TEP

In der Hüftchirurgie zeichnet sich eine Tendenz ab, dass die Patienten für eine Hüftprothese zunehmend jünger werden. Meist handelt es sich um sehr aktive und sportliche Personen, die auf eine möglichst lange Haltbarkeit ihrer Prothese angewiesen sind und entsprechende Anforderungen an die Qualität und Beweglichkeit stellen. Keine Hüftprothese ist bisher von Verschleißerscheinungen ausgenommen, sodass immer eine begrenzte Haltbarkeit vorliegt. Je nach dem individuellen Belastungsgrad treten nach Jahren erneut Hüftschmerzen auf, die auf die Notwendigkeit eines Ersatzes der Prothese hindeuten. Der durchschnittlich höhere Belastungsgrad jüngerer und sportlich aktiver Patienten spricht meist dafür, dass eine normale Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP) nicht die geeignete Methode darstellt, da sie schon nach rund zehn Jahren nicht mehr bei allen der Patienten intakt ist. Welche Vorteile bietet die McMinn-Prothese?

Gründe für eine Hüftprothese bei jungen Patienten

Im Durchschnitt ist der Patient, der eine Hüftprothese benötigt, um die 70 Jahre alt. Doch die Spannbreite hinsichtlich des Patientenalters ist recht groß: Sowohl Jugendliche als auch Patienten über 90 Jahre sind keine Seltenheit. Dass bereits sehr junge Menschen auf eine Hüftprothese angewiesen sind, kann zum einen an einem Defekt während des Körperwachstums liegen. Rutscht der Hüftkopf ab, können bereits 12- bis 16-jährige Personen Patienten für eine Hüft-OP werden. Auch eine angeborene Skelettschädigung stellt einen möglichen Grund dar. Zu den bekanntesten zählt die Hüftdysplasie, eine Fehlstellung der Hüfte. Heute können Kinderärzte diese Fehlstellung bereits frühzeitig erkennen und entsprechende Behandlungsschritte einleiten, um möglicherweise eine spätere Hüft-OP zu verhindern. Des Weiteren können Unfälle dazu führen, dass bereits junge Patienten für eine Hüftprothese infrage kommen. Vergleichsweise selten sind es Tumorerkrankungen, die in einem künstlichen Hüftgelenk münden. Auch Übergewicht, Alkohol und Nikotin können sich negativ auf das Hüftgelenk auswirken.

Die Hüft-TEP (Hüft-Totalendoprothese)

Die Hüft-TEP besteht aus einer Schale und einem Schaft mit einem Kugelkopf. Diese Art der Prothese ersetzt somit das vollständige natürliche Hüftgelenk. Künstliche Hüftgelenke sind die am häufigsten implantierten Endoprothesen. Bei der Hüft-TEP wird zunächst der natürliche Hüftkopf des Oberschenkels entfernt. Anschließend setzt der Operateur die künstliche Gelenkschale in den Hüftknochen und verankert den Schaft mit der Gelenkkugel der TEP im Oberschenkelknochen. Nachdem die Beweglichkeit und der Halt überprüft wurden, vernäht der Operateur das Gewebe.

Die Hüftteilprothese nach McMinn

Die McMinn-Prothese ersetzt das Hüftgelenk nicht vollständig, sondern nur bestimmte Teile. Das zugrundeliegende Prinzip ist das der Überkronung – ähnlich dem, das seit längerer Zeit in der Zahnmedizin angewandt wird. Ist der Knochen noch intakt und zeigt allenfalls moderate Verschleißerscheinungen, kann die Hüftteilprothese nach McMinn erfolgen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und einer intensiven Weiterentwicklung und Forschung besteht die Hüftteilprothese heute aus einer besonders halbbaren und abriebfesten Legierung. Bei der Hüftteilprothese wird der Knochen im Hüftgelenk nicht entfernt, sondern der geschädigte Gelenkkopf im Hüftgelenk wird mit einer Oberflächenersatzprothese überkront. Diese Vorgehensweise ist somit sehr knochensparend. Zudem bleibt die natürliche Beweglichkeit des Hüftgelenks erhalten. Die Haltbarkeit beträgt durchschnittlich 15 bis zu 25 Jahre.

Vorteile der McMinn-Prothese gegenüber der Hüft-TEP

  • Knochensparend; Hüftkopf bleibt erhalten
  • Bänder und Muskeln bleiben intakt
  • Beibehaltung der natürlichen Bewegungssensibilität
  • Beinlänge bleibt vollständig erhalten
  • Stabile Metall-Metall-Gleitpaarung
  • Geringeres Risiko für Embolien, da der Markraum des Knochens nicht geöffnet werden muss
  • Gute Ausgangsposition bei eventuell erforderlichem Prothesenwechsel
  • Erhalt einer sehr guten Sportfähigkeit
  • Etwa 90% der natürlichen Hüftbeweglichkeit bleiben erhalten
  • Geringeres Risiko für Auskugelung des Gelenks (geringere Luxationsrate)

Wann ist eine Hüftteilprothese nicht möglich?

Eine Hüftteilprothese/ein Oberflächenersatz ist nicht bei jedem Patienten anwendbar. Liegt beispielsweise eine zu geringe Knochendichte vor, kann diese Methode meist nicht erfolgen. Patienten, die unter Osteoporose leiden, sind erfahrungsgemäß nicht für eine Hüftteilprothese geeignet. Zudem ist eine hohe Knochenstabilität sehr wichtig, sodass mindestens 70 Prozent des Hüftkopfes intakt und nicht von Knochensubstanzdefekten betroffen sein sollten. Bei starken Differenzen in der Beinlänge ist es nicht möglich, diese mit einer Hüftteilprothese zu korrigieren. Ist eine Allergie oder Sensibilität gegenüber Metall bekannt, sollte diese vorab getestet werden.

Versteifung (Arthrodese) an der Hüfte?

Bei Verschleißerscheinungen erfolgt in manchen Fällen eine Versteifung (Arthrodese) der entsprechenden Gelenke, um den Bereich zu stabilisieren und die betroffenen Personen möglichst von den Schmerzen zu befreien. Jedoch wird fortwährend an Behandlungsmethoden gearbeitet, die eine Versteifung nicht länger notwendig machen. Im Bereich der Hüfte kommen Versteifungsoperationen nur sehr selten zum Einsatz, da sie die natürliche Motorik des Hüftgelenks als auch des Kniegelenks negativ beeinflussen. Hüftversteifungen sind wegen der enormen Nebenwirkungen lediglich bei schweren eitrigen Entzündungen der Hüfte eine Behandlungsoption. Sie gehören nicht in das Behandlungsspektrum bei Hüftarthrose oder Verletzungen beziehungsweise Fehlstellungen der Hüfte.

Auch im Bereich der Fußchirurgie setzt das Gelenkzentrum Berlin auf moderne und innovative Behandlungstechniken, die von Versteifungen absehen. Die weltweit einzigartige Methode nach Dr. M. Rahmanzadeh bietet sogar die Möglichkeit, ein bereits versteiftes Zehengrundgelenk (bei der Behandlung des Hallux rigidus) wieder beweglich zu machen (Entsteifungs-OP, Dearthrodese).